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Die Befreiung heißt: Frieden
"[Freitag:] Warum wird angesichts all dessen hierzulande so wenig über politische Exit-Strategien für Afghanistan nachgedacht?
[Wimmer:] Weil man sich nicht eingestehen will, in welches Interessengeflecht wir geraten sind. Blickt man auf die neunziger Jahre zurück, so haben die USA seinerzeit alles getan, um die Erdöl- und Erdgas-Zufuhr aus Zentralasien - aus Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan - nach Pakistan und Indien unter ihre Kontrolle zu bekommen. Das ist ein wesentlicher Grund für all das, was uns heute um die Ohren fliegt. Wenn wir nun allerdings einmal in dieser Region sind, muss es die dringende Forderung an die Bundesregierung geben, endlich alles dafür zu tun, unsere Truppen wieder abzuziehen."
Willy Wimmer, CDU-MdB im Interview mit der Wochenzeitung Freitag, 3. August 2007.
Klug begründet der Bundestagsabgeordneten Wimmer seine christlich-humanistischen Motive der Kriegsablehnung. Engagiert klärt er seit "Deutschland" wieder Krieg führt über die realen Gründe und Hintergründe imperialer Machtpolitik auf: Geostrategische Interessen der USA und der NATO-Staaten gegen wirtschaftliche Konkurrenten (insbesondere gegen China und Russland) sowie der uneingeschränkte Zugriff auf Rohstoffe. Dieses Kalkül ist der Treibstoff auch des militärischen Engagements der Bundesrepublik, nicht "humanitäre Interventionen" oder "Freiheit und Demokratie". Krieg vermehrt das Elend.
Die meisten Bundesbürger (77 Prozent) lehnen nunmehr die Beteiligung der Bundeswehr in den Feldzügen der USA ab. Die Aufklärung der Friedensbewegung hat positive Wirkung. Dies gilt auch in den USA. Deshalb ist das politische Klima in dem imperialistischen Hauptland immer stärker polarisiert. Für eine Zivilisierung internationaler Entwicklung bietet das notwendig zu ergreifende Möglichkeiten.
Dennoch hält die Bundesregierung an diesen Einsätzen fest. Sie will im Herbst dem Bundestag eine Verlängerung der Bundeswehr-Mandate für Afghanistan abverlangen. Das zentrale Argument ist die vermeintliche Notwendigkeit der "Stabilisierung der Lage" mit militärischen Mitteln. Hier wird immer noch phrasenreich die Realität des Krieges verschleiert: Permanente Angst der Bevölkerung einer ganzen Region vor imperialen Überfällen wie in Afghanistan und Irak, hunderttausende Tote, Kriegsverbrechen, Hunger, Flucht und wieder Angst. Die einzige Stabilität, die so kurzfristig zu gewinnen ist, ist die der Rüstungs- und Logistikunternehmen, deren Geschäft der Krieg ist. Dies gefährdet die soziale und zivile Entwicklung auf dem ganzen Erdball.
Der Abzug der deutschen Truppen aus allen Krisen und Kriegsregionen ist deshalb ein zentraler Schritt, um die militärische Unterjochung der Welt unter ordinäre Geschäftsinteressen zu durchbrechen. Ohne die Mithilfe der NATO-Staaten verliert die Kriegspolitik der US-Administration an Legitimität und Handlungsfähigkeit. Die Friedensbewegung in den ökonomischen Machtzentren kann so entscheidenden Einfluß für die zivile Entwicklung aller Weltregionen gewinnen.
Die "Mächtigen" sind nicht mächtiger, als wir sie sein lassen.
Aktivitäten der Friedensbewegung:
– Samstag, den 1. September, Antikriegstag, Demonstration: "Bundeswehr raus aus Afghanistan - spart endlich an der Rüstung!", Auftakt: 13 Uhr, S-Bahnhof Sternschanze, Abschluss: Methfesselfest, Else-Rauch-Platz, mit Podiumdiskussion
– Samstag, den 15. September, Bundesweite Demonstration in Berlin: "Frieden für Afghanistan - Bundeswehr raus", Busse aus Hamburg: Abfahrt 8 Uhr, Morweide
– Montag, den 17. September, Diskussionsveranstaltung: "Der Krieg in Afghanistan - Propaganda und Wirklichkeit",
19 Uhr im Bürgerhaus Wilhemsburg mit Matin Baraki