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Unbedingt: Frieden!
,,Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern
Stahlhelme und Maschinengewehre,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN! ...
Du. Forscher im Laboratorium.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Dichter in deiner Stube.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Arzt am Krankenbett.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst die Männer kriegstauglich schreiben,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!“
Aus Wolfgang Borchert: ,,Dann gibt es nur eins“, 1947.
Das Versprechen der Bushisten, die Staaten des Mittleren Ostens mit harter Hand in den ruhigen Hafen von ,,freedom and democracy“, soll heißen in die weltweite Profitmaschinerie der ,,freien Markwirtschaft“ zu überführen, scheitert täglich opferreich. Das Besatzungsregime der USA und ihrer willigen Verbündeten (zu denen zumindest in Afghanistan auch weiterhin die deutsche Bundeswehr gehört) geht brutal gegen den immer stärker werdenden Widerstand vor. Die ethnischen und religiösen Gruppen werden nach dem Prinzip Teile-und-Herrsche aufeinander gehetzt. Die Zahl der getöteten Zivilisten übersteigt allein im Irak bei weitem eine halbe Million. Und obgleich den Republikanern bei den Wahlen im November für ihre Kriegspolitik die parlamentarische Mehrheit entzogen wurde und unter dem Druck der Friedensbewegung selbst aus den Reihen der militärischen Führung die Forderung nach Reduzierung oder gar Abzug der Truppen aus dem Irak geäußert wird, plant die Bush-Regierung in den beiden letzten Jahren ihrer Amtszeit, noch einmal zehntausende weitere Soldaten in diesen Krieg zu schicken.
Die Barbarei des Krieges kennt keine eigene Grenze. Zu ihrer Beendigung gibt es keine humane Alternative. Notwendig ist die breite, tätige Absage an Imperialismus und Krieg, gerade in den Staaten des Nordens und Westens. In den USA und Europa finden sich die Zentralen jener Konzerne, die mit ihrer gewaltigen ökonomischen Macht auf die Erschließung neuer Märkte und Rohstoffquellen weltweit drängen. Die Beschränkungen dieser Macht, die als Lehren aus zwei Weltkriegen und Faschismus im 20. Jahrhundert durchgesetzt wurden (z.B. die Ächtung des Krieges durch die Charta der Vereinten Nationen und das Verbot des Angriffskrieges im deutschen Grundgesetz) sind erneut zu erstreiten und auszubauen.
Das eigene Engagement für Frieden und soziale Progression bildet die lebendige Alternative zu Krieg und Zerstörung. Zivilität und Anteilnahme als solidarische Kooperation gegen die Übel der Zeit und ihre Verursacher machen den Menschen zu einer Freude. Entfremdungsfreie Vollbeschäftigung, emanzipatorische Bildung und Kultur für alle und jeden, demokratische und humane Wissenschaften sind als Maßstab gesellschaftlicher Entwicklung weltweit zu erkämpfen. Die Beendigung des Krieges in Afghanistan und Irak kann ein historischer Wendepunkt sein.