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Verwertbar oder vernünftig: Wohin soll die Reise gehen?

,,Soziale Fähigkeiten gehören immer auch zum eigenen Profil. »Man muss professionell mit Konflikten umgehen können, Emotionen anderer erkennen und sich in seiner Kommunikation gut auf unterschiedliche Gesprächspartner einstellen können«, erklärt Eva Martens. Gutes Selbstmarketing braucht auch Planung. »Bin ich da, wo ich sein möchte? « sei die leitende Frage. Wenn nicht: »Was muss ich tun, um dahin zu kommen?« Das kann eine interne Veränderung sein oder der Wechsel des Unternehmens. Bewirbt man sich neu, ist es umso wichtiger, mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten Position zu beziehen. »Man darf sich nicht als einer von vielen sehen«, sagt die Marketingexpertin.“
Hamburger Abendblatt, ,,Alleinstellungsmerkmal: So verkaufen Sie sich gut“, 15.10.2011.

Der Mensch soll keine Ware sein.

Die erste Gewißheit in dem Prozeß von Vermarktung und Käuflichkeit ist, daß am Ende andere ein Geschäft gemacht haben. Und ist es nicht der Springer-Verlag (Abendblatt), ist es eben die Deutsche Bank.

Die zweite Gewißheit ist, daß dieses konkurrenzhafte Treiben, alle voneinander und damit vom Menschsein entfernt.

Soziales Verhalten, argumentative Kommunikation, kritische Positionsbildung, bewußte Planung und die Entwicklung von humanistischen Ansprüchen sind grundmenschliche Handlungsweisen, die ermöglichen, Lebensverhältnisse so zu gestalten, daß alle gemeinsam ein gutes Leben verwirklichen.

Aus dieser Einsicht wird überall Kritik und Widerstand gegen die Macht der Banken, die Käuflichkeit der etablierten Politik, gegen die Abwicklung sozialer Errungenschaften und kultureller Entfaltungsmöglichkeiten entwickelt und soll Lernen bzw. Arbeiten nicht Überlebenskampf sein. Denn diese Attacken auf die Zivilisation finden ihre Alternative in der Erringung demokratischer Verfügung, sozialer Vernunft und damit wirklicher Lebensfreude. Dafür und dadurch ist der Mensch dem Menschen ein Freund.

Mit dieser Ambition kann und muß auch die Universität wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden: Als Alternative zur Kommerzialisierung des Lebens, durch offene Bildungseinrichtungen, durch Lernen als gesellschaftliches Erkennen mit humanistischen Maßstäben, durch echte demokratische Partizipation und soziale Sicherung sowie staatlich bedarfsgerechte Hochschulfinanzierung für Bildung und Wissenschaft als unabhängige, kritische und problemlösende Tätigkeit für die ganze Gesellschaft.

,,Gewisse Errungenschaften der Menschheit sind, einmal gemacht, nicht rückgängig zu machen, es sei denn, man entschließe sich, in einem Zustande der Unwahrheit und der gewaltsamen Verleugnung innerer Realitäten zu leben, was überhaupt kein Leben oder ein närrisches Leben ist.“
Thomas Mann, ,,Ansprache an die Jugend“, 7.9.1931.

Wissenschaft als produktive Haltung beginnt mit der Ambition menschenwürdig zu leben.

Unzufriedenheit ist ein bewegender Faktor. Mit ihrer Artikulation wächst die Solidarität.

Man darf sich gerne als eine/r von allen begreifen.

V.i.S.d.P.: Golnar Sepehrnia, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Donnerstag, den 3. November 2011, http://www.harte--zeiten.de/artikel_1063.html