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... and a happy New Year

2004 muß anders werden

„Wir haben den Krieg im Irak und eine tiefe Spaltung der Völker über schwerwiegende Fragen von Krieg und Frieden erlebt. [...] Diese Ereignisse haben die Führer der Welt davon abgehalten, sich mit anderen Bedrohungen zu befassen. Bedrohungen, die für die meisten Menschen dringlicher und realer sind. Ich meine die Bedrohungen extremer Armut und Hungers, unsicheren Trinkwassers, Umweltzerstörung und weitverbreiteter oder ansteckender Krankheiten. Diese Gefahren bedrohen große Teile unseres Planeten. Sie töten Millionen und Abermillionen von Menschen, Jahr für Jahr. [...] Ohne Entwicklung und Hoffnung wird es keinen Frieden geben.“
Kofi Annan in seiner Neujahransprache an die Vereinten Nationen am 24.12.2003.

Das Jahr lief nicht gut für George W. Bush: Bürgerkriege statt schneller Siege in Afghanistan, Irak, Zentralafrika und Palästina, wachsende Probleme mit Nordkorea, Kuba, China und selbst der EU... die neue Weltordnung läßt sich nicht so leicht herbeibomben wie gedacht.

Seit den 1990ern träumen rechtsextreme Think Tanks aus dem Dunstkreis von Geheimdiensten, Erweckungskirchen, Rüstungs- und Ölkonzernen in den USA von einem „New American Century“ – schon damals mit dabei: Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz und andere Mitglieder der heutigen US-Regierung. Nach ihren Visionen sollten an die Stelle der UNO und des Völkerrechts das Recht des Stärkeren treten. Und allzeit am allerstärksten sollte – selbstverständlich – die nach dem Zerfall der Sowjetunion einzig verbleibende Supermacht sein. Zu diesem Zweck müßten die USA dauerhaft in der Lage sein, die Rohstoffvorräte des Planeten zu kontrollieren und jeden möglichen Kontrahenten klein zu halten – mit allen Mitteln diplomatischer, medialer, ökonomischer und militärischer Macht.

Mit einer anderen Supermacht hatten sie nicht gerechnet: Mit der weltweiten Friedensbewegung. In einer Welt, in der internationale Konzerne unter dem Schirm der US-Streitkräfte nach Belieben schalten, walten und verdienen könnten, wären Menschen nichts weiter als Arbeitskräfte und Konsumenten. Entfaltung in sinnvoller Arbeit und demokratischer Partizipation, Kultur, Bildung, Gesundheit, das Recht auf Leben hätten keine Bedeutung. Gegen diese barbarische Zukunftsvision entwickelt sich Widerstand.

Die weltweiten Proteste gegen Krieg, Kommerzialisierung, Entdemokratisierung, Bildungs- und Sozialabbau stehen für eine reale Perspektive: Für eine Welt, in der Menschen gerne leben, nützliches tun und ihre Lebensbedingungen demokratisch gestalten.

„2004 muss anders werden. Es muss ein Jahr werden, in dem sich die Zeiten beginnen zu wenden.“
Kofi Annan, 24.12.2003.

V.i.S.d.P.: Niels Kreller, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: juso-hochschulgruppe & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Montag, den 29. Dezember 2003, http://www.harte--zeiten.de/artikel_8.html