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Frieden ist zu machen

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde El-Baradei ist ein Plädoyer für weltweite Abrüstung.

"Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle."
(Artikel VI des Atomwaffensperrvertrages.)

"In einer Zeit, in der die Bedrohung durch Atomwaffen wieder zunimmt, möchte das Norwegische Nobelkomitee unterstreichen, daß dieser Bedrohung mit der breitestmöglichen internationalen Zusammenarbeit begegnet werden muß. ... Die Tatsache, daß die Welt in dieser Hinsicht wenig erreicht hat, macht die aktive Opposition gegen Atomwaffen heute um so wichtiger."
(Aus der Begründung des Nobelkomitees für die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und ihren Generaldirektor Mohammed El-Baradei vom 7. Oktober 2005)

Der Atomwaffensperrvertrag von 1970 ist ein Tauschhandel. Während sich die damals fünf Staaten, die über Arsenale von Atomwaffen verfügten (USA, UdSSR, Großbritannien, Frankreich und China), verpflichteten, diese abzurüsten, stimmten die restlichen Staaten der Welt zu, sich selbst keine solchen Waffen zu verschaffen. Die "International Atomic Energy Agency" (IAEA) ist eine Organisation zur Überwachung des zweiten Teils dieser Übereinkunft. Eine offizielle Überwachung der Abrüstungsbemühungen der Atomwaffenstaaten gibt es dagegen bis heute nicht. Durch diese Einschränkung hat sich der gegenwärtige Leiter der IAEA Mohammed El-Baradei jedoch nicht davon abhalten lassen immer wieder darauf hinzuweisen, daß sich die Weiterverbreitung von Atomwaffen nur schwer verhindern lassen wird, wenn das Ziel der vollständigen Abrüstung aller Atomwaffen nicht auch von den offiziell bekannten Atomwaffenstaaten in Angriff genommen wird. Vor allem im Vorfeld des Irak-Krieges hatten El-Baradei und die IAEA - gestützt auf die weltweite Friedensbewegung - sich gegen die Lügen der Bush-Regierung über angebliche irakische Atom-
waffen sowie Bushs Ankündigung, neue Atomwaffen für den Einsatz zu entwickeln, gewandt, weshalb die US-Vertreter seine Wiederwahl im September diese Jahres gern verhindert hätten. Zu Recht wird diese "aktive Opposition gegen Atomwaffen" vom Nobelkomitee gewürdigt.

Eine umfassende Abschaffung der Atomwaffen muß im Rahmen allgemeiner und vollständiger Abrüstung erreicht werden, wie es Artikel VI des Atomwaffensperrvertrages fordert. Der Kampf für eine Welt des Friedens braucht den Widerstand gegen die Eroberungspolitik der US-Regierung und ihrer Komplizen weltweit, die militärisch die Interessen der global agierenden Konzerne in jeder noch so entlegenen Ecke des Planeten absichern wollen. Die unglaubliche Zerstörungskraft der Atomwaffen, mit denen seit ihrem ersten Einsatz in Hiroschima und Nagasaki vor 60 Jahren der menschheitsgefährdenden Charakter imperialistischer Ausbeutung demonstriert wird, belegt abschließend: Krieg und ein menschliches Leben in Würde sind nicht vereinbar. Das humanistische Engagement all derer, die die scheinbare Unausweichlichkeit der Unterwerfung unter das Profitdiktat nicht akzeptieren wollen, bildet die fortschrittliche Alternative zur Destruktion. Der Kampf für ein Ende der Besetzung des Irak und den Abzug aller Atomwaffen von deutschem Boden ist ein erster Schritt daraufhin.

Das Ende des Krieges ist der Beginn von allem.

V.i.S.d.P.: Niels Kreller, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Sonnabend, den 8. Oktober 2005, http://www.harte--zeiten.de/artikel_315.html