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SP-Listenlangdarstellung

Erkennen & Handeln

„Wenn wir nämlich als Realpolitik eine Politik erkennen, die sich nur erreichbare Ziele steckt und sie mit wirksamen Mitteln auf dem kürzesten Wege zu verfolgen weiß, so unterscheidet sich die proletarische Massenpolitik im Marxschen Geiste darin von der bürgerlichen Politik, daß die bürgerliche Politik vom Standpunkte der materiellen Tageserfolge real, während es die sozialistische Politik vom Standpunkte der geschichtlichen Entwicklungstendenz ist.“
Rosa Luxemburg

Vom „Standpunkt der geschichtlichen Entwicklungstendenz“ ist die (Hochschul-)Politik des Rechtssenats ein gefährlicher Anachronismus: Wissenschaft, Technik, kulturelle und soziale Errungenschaften sollen nicht für Frieden, Arbeit, Demokratisierung ausgebaut und genutzt werden; die Ermöglichung einer humanen, solidarischen Praxis zwischen allen Menschen wird bekämpft; Menschen und Stadt sollen den eisig-marktradikalen Verwertungsforderungen der Konzerne und Arbeitgeberverbände unterworfen werden – diese Politik bedarf qualifizierten und organisierten Widerstandes und des engagierten Kampfes für eine fortschrittliche Alternative!

Die Wirksamkeit fortschrittlicher Politik entsteht aus der Reichweite ihrer Kritik der bestehenden Verhältnisse und ihrer gesellschaftspolitischen Perspektive. Entsprechend muss die Verfasste Studierendenschaft in die aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzung im verallgemeinerbaren Interesse der Studierenden eingreifen: Gegen Krieg, Konkurrenz und die Zerstörung sozialer und demokratischer Errungenschaften. Für Frieden, soziale Entwicklung, kulturelle Entfaltung und ein Höchstmaß an demokratischer Beteiligung für jeden. In diesem Sinne für problemkritische Wissenschaften. Und damit für interessante (weil im eigenen Interesse liegende) Studieninhalte, allgemeine Nützlichkeit der eigenen wissenschaftlichen Praxis, ein hohes kulturelles Niveau der (wissenschaftlichen) Auseinandersetzung, Spaß an der Erkenntnis, Freude an der Kooperation, dafür soziale Absicherung – all dies muss und kann durch Engagement für Diskussion, Kritik und Entwicklung, mit Protesten, kritischen Veranstaltungen und der bewussten, solidarischen Gestaltung des Uni-Alltags praktiziert und erkämpft werden.

Dafür wirken wir im Studierendenparlament, in Fachschaftsräten, in der Fachschaftsrätekonferenz, im Akademischen Senat, in Gewerkschaften und Initiativen, in Bündnissen insbesondere in der Friedensbewegung und im Kampf gegen Rechts und selbstverständlich auch kritisch-kämpferisch als Jungsozialisten in der SPD: gegen die Gewöhnung an die tumbe Dekadenz des neoliberalen Alltags, für umfassend humane Entwicklung. Vom Standpunkt des Mensch-Seins ist dies die einzig realistische Perspektive.

„Man muß auch bezweifeln, was man mit eigenen Augen sieht. Gefragt, was denn den Zweifeln eine Grenze setze, sagte Do: Der Wunsch zu handeln.“
Bertolt Brecht

V.i.S.d.P.: Niels Kreller, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: juso-hochschulgruppe & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Sonnabend, den 15. November 2003, http://www.harte--zeiten.de/artikel_15.html