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Kritik, Engagement und Veränderung

„Den weltweiten Vormarsch rechtspopulistischer Parteien zu stoppen, können wir auf zweierlei Weise probieren. Da wäre zum einen die Establishment-Variante, die von den meisten Parteien der Mitte befürwortet wird: Sie verspricht ein bisschen bessere Kinderbetreuung, mehr Aufstiegschancen für Frauen und farbige Menschen und vielleicht ein paar zusätzliche Solaranlagen. Aber diese Variante ist mit den altbekannten Austeritäts-Prinzipien verbunden, dem altbekannten Vertrauen in die Märkte, der altbekannten Gleichsetzung von Konsum mit Glück, den altbekannten Pflastern auf klaffenden Wunden. […] Sehr viele von uns sind eindeutig für eine andere Variante bereit: ein begeisterndes Ja, das einen Plan für spürbare Verbesserungen im täglichen Leben skizziert, vor großen Begriffen wie Umverteilung und Wiedergutmachung nicht zurückschreckt (…).“
Naomi Klein: „Gegen Trump! Wie es dazu kam und was wir jetzt tun müssen“, Chicago/F.a.M. 2017.

Die in Kanada lebende und international engagierte Journalistin und Publizistin Naomi Klein („Die Schock-Strategie“, „No Logo!“, „Kapitalismus versus Klima“) entwickelt eine bemerkenswerte These für den politischen Erfolg von Donald Trump: Die wenigsten wollten seine Politik, aber ähnlich wie in guten dystopischen Filmen seien Alle mit der Frage konfrontiert, inwieweit das eigene Verhalten und die gemeinsamen Lebensverhältnisse geeignet (gewesen) sind, dieses gefährliche Desaster zu verhindern.

Sie empfiehlt daher sich und anderen, den „inneren Trump“ zu töten: die Befreiung von Egoismen, Vorurteilen, Konkurrenzdenken, von Selbstbewertung und Vergleich als „Marke“ sowie die sorgfältige Hinwendung zu den Mitmenschen beinhalten einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel und gemeinsam einen Zugewinn an Courage und Möglichkeiten der Veränderung.

Beispielhaft verweist sie auf eine verbreitete Kampagne in Kanada (The Leap Manifesto), in der es um soziale Progression, umfassende Bildung für alle, eine sofortige vollständige Energiewende, höhere Löhne, kürzere Arbeitszeit, um echte Inklusion und bessere Gesundheitsversorgung geht – und in alldem um ein Ende der Austerität:
„Das größte Hindernis für unser Programm“, schreibt Naomi Klein, „so viel war uns klar, bestand in der gewaltsamen Logik der Austerität – der Botschaft, die wir alle seit Jahrzehnten eingehämmert bekommen: Die Regierung ist ständig pleite, wer kann da auf die Idee kommen, von einer wahrhaft gerechten und fairen Gesellschaft zu träumen? Deshalb haben wir in enger Zusammenarbeit mit einigen Wirtschaftswissenschaftlern eine Aufstellung vorgelegt, die zeigt, wie wir die Mittel für die Umsetzung unseres Plans beschaffen können.“

Zu diesen Veränderungen gehört eine großzügige Investitionspolitik in eine Energiewende statt Subvention zerstörerischer Industrien, die Kürzung von Ausgaben für Militär und „innere Sicherheit“ zugunsten von sozialer Sicherung und Entwicklung sowie die nachdrückliche Durchsetzung von Steuern auf Riesengewinne.

„Die Rechnung ist leicht nachzuvollziehen: Das Geld für die große Wende, für den großen Satz nach vorn ist da – wir brauchen nur mutige Regierungen, die es eintreiben“, heißt es bei Klein nicht ohne Ironie. Denn das Engagement von dem und für das sie schreibt, ist nicht primär eines der Regierungen, sondern eines der Bevölkerung, die sich zunehmend solidarisch und durchaus streitbar organisiert.

So wird deutlich: Die Verbesserung der gesellschaftlichen Lebensbedingungen ist eine persönliche und gemeinsame Angelegenheit. In Bewegung. Weltweit.

V.i.S.d.P.: Olaf Walther, Golnar Sepehrnia, c/o Studierendenparlament, VMP 5, 20146 Hamburg.
Herausgegeben von: Liste LINKS - Offene AusländerInnenliste . Linke Liste . andere Aktive,
harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg,
SDS* Hochschulgruppe Uni Hamburg.
Veröffentlicht am Donnerstag, den 21. September 2017, http://www.harte--zeiten.de/artikel_1368.html