Menü | HomePartei & Verbandunser Eingreifen in Partei und Verband › Initiativantrag an den Landesparteitag der SPD Hamburg von harte zeiten vom

(eingebracht aber nicht beschlossen)

Vorwärts, und schon vergessen...?

Der Landesparteitag begrüßt, daß die Hochschulgruppe „harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive“ für die Partei eine Schulung zum Thema „Die Geschichte der Weimarer Republik und ihres Endes unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Sozialdemokratie“ anbieten will. Insbesondere die Mitglieder der Fraktionen in Bürgerschaft und Bezirksversammlungen werden aufgefordert, dieses Angebot anzunehmen.

Begründung:

I. Pur national

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Bundesarchiv, Bild 183-S38324 / CC-BY-SA
Tag von Potsdam (5. März 1933)

II. Sozial und patriotisch - heute...
„Mit einem gemeinsamen Antrag werden die Fraktionen von SPD und FDP im Bezirk Nord am Donnerstag einen „historischen Kontrapunkt“ in der Debatte um die Umbenennung der Hindenburgstraße setzen. Der durch den Stadtpark führende Teil der Hindenburgstraße soll in Erinnerung an die historische Reichstagsrede des SPD-Politikers Otto Wels gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933 den Namen „Otto-Wels-Straße“ erhalten.“ _ Hamburger Abendblatt vom 13.02.2013.

III. ...und damals
„Wir haben nicht nur den faschistischen Ansturm zum Stehen gebracht, wir haben die faschistische Gefahr der Gefährlichkeit beraubt. (...) Die politische Aufgabe des Tages liegt in der Vernichtung der KPD bis auf unbelehrbare, sektenhafte Reste.“
Ernst Heilmann, in: „Das freie Wort“, Wochenzeitung der SPD, 1/1933, S. 1.

„Der außenpolitischen Forderung deutscher Gleichberechtigung, die der Herr Reichskanzler [Hitler] erhoben hat, stimmen wir Sozialdemokraten umso nachdrücklicher zu, als wir sie bereits von jeher grundsätzlich verfochten haben. Ich darf mir wohl in diesem Zusammenhang die persönliche Bemerkung gestatten, daß ich als erster Deutscher vor einem internationalen Forum (...) 1919 der Unwahrheit von der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges entgegengetreten bin. Nie hat uns irgendein Grundsatz unserer Partei daran hindern können oder gehindert, die gerechten Forderungen der deutschen Nation gegenüber den anderen Völkern der Welt zu vertreten.“
Otto Wels, Reichstags-Rede zur Begründung der Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes, 23. März 1933.

IV. Kurze Seelenkunde
„... und was erst geschieht, wenn die sozialdemokratischen Funktionäre an den Sekt herangelassen werden, das haben wir ja alle erlebt. Sie kippen um. Und ersaufen in ihm. Dabei sind es keine Trinker, das wäre halb so schlimm - es ist viel schlimmer: sie lassen sich überwältigen: daß er, Gustav Kuntze, nun richtigen Sekt trinkt, von dem er so oft gelesen hat...schmeckt eigentlich ganz gut, das Zeug, wie? Prost!“
Kurt Tucholsky, Drei Gläser, in: Deutschland, Deutschland über alles, 1929.

V. Aus der Geschichte lernen
„Wir haben versucht, einzusehen, was Demokratie ist: sie ist der menschliche Ausgleich zwischen einem logischen Gegensatz, die Versöhnung von Freiheit und Gleichheit, der individuellen Werte und der Anforderungen der Gesellschaft. Dieser Ausgleich aber ist niemals vollendet und endgültig erreicht, er bleibt eine immer aufs neue zu lösende Aufgabe der Humanität; und wir fühlen, daß heute in der Verbindung von Freiheit und Gleichheit das Schwergewicht sich nach der Seite der Gleichheit und der ökonomischen Gerechtigkeit, vom Individuellen also nach der Seite des Sozialen verlagert.“
Thomas Mann, „Das Problem der Freiheit“, 1939.

Veröffentlicht am Sonnabend, den 16. Februar 2013, http://www.harte--zeiten.de/dokument_1191.html