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Ansprüche erweitern, Veränderungen fortsetzen!

Programmatisches zur Wahl des Akademischen Senats (AS)

,,Das Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.“
Gotthold Ephraim Lessing, Minna von Barnhelm, IV,6 (Minna), 1767.

Wissenschaft bedeutet nicht nur aktuell zu begreifen, wie das gesellschaftliche Leben wirklich (geworden) ist, sondern auch, wie es werden soll: Das ist der Sinn der Beleuchtung. Aufklärung und Emanzipation sind als die geschichtliche Bewegung von der Fremdbestimmung des Menschen in der natürlichen und (un-)sozialen Umwelt zur bewußten kooperativen Verfügung Aller über ihre gemeinschaftlichen Lebensverhältnisse eine notwendige Aktivität.

Demokratie hat somit die erforderliche Weite. Es geht um die aktive solidarische Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens: für Frieden, soziales Wohlbefinden und Gesundheit im umfassenden Sinn. Diese Möglichkeit ist gegenwärtig und sowohl lokal als auch global im praktischen Widerspruch zu gewinnlüsternen Herrschaftsansprüchen.

Diese humanistische Ambition macht Bildung und Wissenschaft zu einer rundum öffentlichen Veranstaltung, die daher auch bedarfsgerecht öffentlich finanziert werden muß: Politik - tendenziell von Allen für Alle.

Die Arbeit in Lehre, Studium, Forschung und ihre kooperative Selbstverwaltung sollten daher eine produktive Einheit bilden, die als kritisch-rationale Praxis auch über die Universität hinaus verallgemeinert werden kann. Diese Entwicklung erfordert die gemeinschaftliche Befreiung vom strengen Gevatter Sachzwang und allen aufreibenden Hinterlassenschaften neoliberaler Verwertungs- und Konkurrenzdogmatik: Kürzungen, marktorientierter ,,employability“, der rastlosen Jagd nach Leistungspunkten oder Drittmitteln, unternehmerischer Kontrolle und einer Kultur der Hierarchie. Diese Übel sind als solche erkennbar, kritisierbar und überwindbar.

Der Akademische Senat der Universität hat sich in seiner Sitzung am 13.12.2012 der stadtweiten Kampagne ,,Verbesserungen beginnen ... mit der Beendigung von Verschlechterungen“ angeschlossen und ruft alle Mitglieder der Uni auf, sich an ihr zu beteiligen. Die Forderung der Unterschriftenkampagne lautet:

,,Ich engagiere mich mit meiner Unterschrift dafür, dass die öffentlichen Etats der Einrichtungen für Soziales, Bildung, Kultur und Gesundheit in Hamburg mindestens stabil gehalten werden einschließlich des vollständigen Ausgleichs von Tarifsteigerungen und Inflation.“

Im Aufruf dazu argumentieren die Initiatoren: ,,Seit Jahren werden in Hamburg - einer der reichsten Städte der Welt - völlig unnötig öffentliche Ausgaben gekürzt. (...) In den öffentlichen Einrichtungen für Soziales, Bildung, Kultur und Gesundheit darf es keine weiteren Verschlechterungen geben als Grundlage dafür, dass wir, die Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen und die ganze Hamburger Bevölkerung, die künftige menschenwürdige Entwicklung und Erweiterung dieser Einrichtungen solidarisch reflektieren und verwirklichen können.“

Die Aktion wird von Gewerkschaften, Sozial- und Kultureinrichtungen der ganzen Stadt unterstützt. Sie bildet eine strategische Orientierung für die gemeinsame Überwindung der politisch beschlossenen und unsozial wirkenden ,,Schuldenbremse“.

Mit dieser Orientierung leitet die Universität ihren ,,Kampf um die Zukunft“ für demokratische, sozial offene, kritische und öffentlich verantwortliche Hochschulen in eine neue Etappe über. Denn Lernen ist die Kritik und Überschreitung aller Grenzen, die das Leben (noch) so eng machen:

Mit Verdruß mach' Schluß!

Der Akademische Senat, Studierendenparlament und AStA müssen dafür als Orte der Verständigung und der gemeinsamen Handlungsfähigkeit weiter entwickelt werden.

V.i.S.d.P.: Olaf Walther, Golnar Sepehrnia & Arne Schmüser, c/o Studierendenparlament, VMP 5, 20146 Hamburg.
Herausgegeben von: FachschaftsBündnis - Aktive für demokratische und kritische Hochschulen,
harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg
und Liste LINKS - Offene AusländerInnenliste . Linke Liste . andere Aktive
Veröffentlicht am Donnerstag, den 27. Dezember 2012, http://www.harte--zeiten.de/artikel_1174.html