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Frieden, woher?

,,Wir riskieren vermutlich das Leben von jungen Männer und Frauen in einer Mission, die, ehrlich gesagt, undurchführbar sein könnte.“
Newt Gingrich, Bewerber zur US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, 11.3.2012.

Seit Oktober 2001 führt die NATO Krieg gegen Afghanistan. Seither dient mit dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center der ,,Kampf gegen den Terrorismus“ als Vorwand einer forcierten imperialistischen Machtpolitik. Die rohstoffreichen Länder des ,,Greater Middle East“ sollten westlichen Kapitalinteressen unterworfen werden. Afghanistan hat dabei von den USA die undankbare Rolle eines terrestrischen ,,Flugzeugträgers“ zwischen Iran, China und Pakistan zugewiesen bekommen.

Anläßlich der zunehmenden Gewalt und Erniedrigungstaten der Besatzungsarmeen (Koranverbrennungen, Schüsse auf Zivilisten und nun ein angeblicher Amoklauf eines US-Soldaten) wachsen auch in Afghanistan die gewaltfreien Proteste für einen Truppenabzug. In zahlreichen Demonstrationen kommt die Unzufriedenheit mit dem andauernden Krieg und immer größerer sozialer Ungleichheit als seiner Folge zum Ausdruck. Und nicht nur in Deutschland, auch in den USA ist mittlerweile eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Fortsetzung dieses Krieges. Das wird auch durch den abrupten Kurswechsel rechtskonservativer Haudegen im US-Wahlkampf angezeigt.

So ist es wirklich höchste Zeit, öffentlich Bilanz und die Truppen endlich ab zu ziehen. Denn der Krieg hat nur die westliche Rüstungswirtschaft angekurbelt, den Militärapparat aufgeblasen, Afghanistan zur Drogenanbaufläche gemacht und mit neuen Waffen aller Art vollgestopft. Die Wirtschaft des Landes ist privatisiert und in vollständige Abhängigkeit zu den Besatzern gebracht bzw. zerstört. Wahlen sind eine Farce und die viel gepriesene ,,Befreiung der Frau“ mündet mittlerweile in der von Staatspräsident Karzai offiziell legitimierten Verdrängung derselben aus dem öffentlichen Leben. Und all dies geschieht um den Preis hunderttausender Menschenleben. Dafür hat allein die Bundesrepublik nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bis 2011 mindestens 18 Mrd. Euro in diesen Krieg ,,investiert“.

Die zwingende Möglichkeit des Friedens manifestiert sich daher in jener weltweiten Bewegung, die für wirkliche Demokratie, Frieden und sozialen Fortschritt kämpft. ,,Frühling“ ist, wenn der Kampf um die Zukunft als gemeinsames Engagement mit dieser Richtung entwickelt wird: Stoppt den Krieg! Beendet die Rüstungsproduktion und -exporte! Macht aus privatem Reichtum öffentlichen! Konsequente internationale Solidarität ist die relevante Friedensursache, in Hamburg, in Afghanistan und auch in Syrien oder Iran. Wissenschaft und Bildung haben hier allerhand beizutragen.

V.i.S.d.P.: Golnar Sepehrnia, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Dienstag, den 13. März 2012, http://www.harte--zeiten.de/artikel_1103.html