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"Wählt AStA!"

oder: Wem gehört der Allgemeine Studierendenausschuß?
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GHG: Einheitsbrei im AStA

Der Wahlkampf um die StudierendenParlaments-Wahl bis zum Freitag treibt erstaunliche Blüten: Entweder, man wählt eine der 19 kandidierenden Listen - oder aber man wählt AStA. Dieser der Eindruck entsteht, wenn man die Aktivitäten des AStA verfolgt. Rechtzeitig zum Wahlkampf wird eine AStA-Zeitung auf den Markt geworfen, die vor allem dazu dient, schön deutlich zu machen, daß der AStA = GHG sei, wie in 18-Punkt-Fettdruck betont wird. Außer regelmäßig schon bei Erscheinen überholten Mensaplänen, erfahren wir vom AStA, was die Grünen im nächsten Jahr vorhaben könnten.

Wichtig ist dem AStA auch der bemerkenswerte Hinweis, die Kritik anderer Listen an der Politik bzw. Nicht-Politik der GHG sei nicht anderes als "Hetze". Im Weiteren steckt man sich frech die Aktivitäten von Fachschaften (z.B. gegen Studiengebühren), der Fachschaftsrätekonferenz zum Hochschulgesetz oder anderer Listen (z.B die Linksruck-Initiative "Weg mit der NPD") an das eigene Revers. Sogar die Tatsache, daß die GHG nur widerwillig und nicht bedarfsgerecht der Finanzierung von Ausstattung für das Behindertenreferat oder für Eure Fachschaften zustimmt, wird vom AStA als Großzügigkeit des AStA bejubelt. Wobei großzügig vor allem die Beträge sind, die die GHG für Wahlkampf aus dem AStA heraus zu ihrer Beute macht.

Die GHG vertraut dabei offenkundig sehr darauf, daß die AStA-Infos genügend häufig auf die Vortrefflichkeit ihrer Gruppe hinweisen. Man verzichtet konsequent auf eigene Wahlpublikationen und entsorgt in der Mensa GHG-Flyer, die zu Partys im Oktober 2000 einladen. Damit aber auch wirklich der/die Letzte die Einheit von GHG-Liste und AStA begreift, steht auf den GHG-Plakaten "Die AStA-Liste". Auf den AStA-Plakaten, die den Eindruck von Aktivität erwecken sollen, steht nur AStA, nicht Liste. Damit man trotzdem kapiert, daß das zusammengehört, haben die Grünen einfach dieselben Grundfarben, Schrifttypen und weitere verwandte Gestaltungselemente verwandt.

Einheit von AStA und einer Liste? Aber dann kann man die doch gar nicht abwählen?! Richtig. Weil das so sein soll, be-nutzen die Grünen jedenfalls ihre Mehrheit im SP-Präsidium, um in offiziellen Informationen zur Wahl davor zu warnen, daß die linken Oppositionslisten ja eh aus "Spinnern" und "Radikalinskis" bestünden. Sie zu wäh-len führe zur "Zersplitterung" des Parlamentes, außerdem würde ge-rade die Opposition oftmals gar nicht die erreichten Sitze im SP wahrnehmen. Warum informiert das Präsidium nicht darüber, daß GHG-Parlamentarierer nach durchschnittlich 0,93 Sitzungen zurücktreten? Brauchen wir ein Präsidium, das uns sagt, wen es nicht wählen würde? Warum? Das muß sein, damit es so bleiben kann, finden die Grünen. Denn man hat sich inzwischen doch an die AStA-Kohle gewöhnt. So sehr, daß die Grünen seit geraumer Zeit so handeln, als ginge es niemanden anderen etwas an, was sie mit studentischen Geldern veranstalten.

Daher ist die Frage "Wer bekommt den AStA" - gestellt auf dem Titel des "AStA la Vista" - eher nicht als Scherz zu verstehen. Sie meinen das so und finden, niemand außer der "AStA-Liste" habe das Recht, an ihren ?Pfründen' teilzuhaben. Darum bezahlt Ihr mit dem Geld der Verfaßten Studierendenschaft aktuell für die Wahlwerbung der Grünen. Das sollte sich schleunigst ändern, damit man vom nächsten AStA nicht erst wieder im Wahlkampf 2002 etwas hört.

V.i.S.d.P.: Niels Kreller, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: juso-hochschulgruppe & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Mittwoch, den 24. Januar 2001, http://www.harte--zeiten.de/artikel_106.html